Marie Curie
Offizielles Nobelpreisfoto von 1911

Marie Curie ist bislang die einzige Frau mit zwei Nobelpreisen

Eine Frau und ihre brennende Leidenschaft

Die Physikerin Marie Curie (1867-1934) war die erste Frau, die einen Nobelpreis gewann. Und das gleich zweimal. Wie groß die Gefahr war, der sie ihren Körper aussetzte, konnte sie nur in Ansätzen erahnen.

Am glücklichsten fühlte sie sich im Schuppen der Universität, in ihrem Labor, einer „Kreuzung zwischen Stall und Kartoffelacker“, wie ihn der deutsche Chemiker Wilhelm Ostwald beschrieb. Durch das undichte Dach tropfte regelmäßig Wasser auf den Boden und auf Bereiche der Arbeitstische. Gewissenhaft markierte das Ehepaar Curie diese Stellen, um ihre teuren Apparate nicht durch Wasser zu gefährden. Im Sommer brannte die Sonne durch das Glasdach direkt auf die Köpfe der Forscher; im Winter hingegen froren sie, da eisige Winde durch die Rillen und undichten Stellen pfiffen.

Doch egal wie extrem die Arbeitsbedingungen im Labor waren, Marie Curie ließ sich davon nicht abholen. Die Physikerin  war dabei, ein chemisches Element zu isolieren, dessen Existenz sie im Mineral Pechblende vermutete. Stundenlang rührte sie mit einem Eisenstab kochenden Mischungen um und schleppte die schweren Behältnisse von einer Stelle zur anderen. Zwanzig Kilo Pechblende bearbeitete sie mit ihrem Mann am Tag – mit dem Ziel, irgendwann ein Gramm des unbekannten Elementes zu isolieren. Die braunen, streng zurückgebundenen Haare müssen vor Schweiß an ihrer Stirn geklebt haben. Sie selbst, rastlos von ihrem eigenen Wissenshunger getrieben, dürfte es dabei nicht einmal mitbekommen haben.

Vom Hunger nach Wissen getrieben

 Ein starker Willen und harte Arbeit waren erforderlich, um aus der gebürtigen Polin Maria Salomee Sklodowska die später weltberühmte Physikerin Marie Curie zu machen. Maria, deren Vater die Familie durch Fehlinvestitionen in den finanziellen Ruhm getrieben hatte, schloss die Schule zwar als Klassenbeste ab, musste durch den frühen Tod der Mutter aber gemeinsam mit ihren vier Geschwistern für das Überleben der Familie sorgen. Doch Marie wollte mehr. Mit ihrer älteren Schwester Bronia verband sie die Sehnsucht nach einem Studium.. So schlossen die Schwestern einen Pakt: Zuerst sollte Maria als Gouvernante ihrer Schwester das Studium finanzieren, anschließend wollte Bronia für sie dasselbe tun. Ort aller Sehnsüchte stellte für beide die französische Elite-Universität Sorbonne dar, denn in Polen war Frauen zu diesem Zeitpunkt das Studium verboten.

Sechs Jahre lang arbeitete Maria als Gouvernante, las im frühen Morgengrauen Bücher über Physik und Mathematik, verliebte sich unglücklich in den Sohn ihrer Arbeitgeberin und entschwand schließlich mit 24 Jahren nach Paris, um im November 1891 ihr Physikstudium zu beginnen. Zwei Jahre später legte sie ihr Examen als Beste ab, studierte anschließend Mathematik und beendete 1903 ihre Promotion. Relativ schnell wendete sich ihr Interesse der Forschung über strahlende Stoffe zu.

Der Seelenverwandte Pierre Curie

Mit dem Physiker Pierre Curie hatte die junge Polin, die sich nun Marie nannte, einen Seelenverwandten gefunden: Wie sie war er zurückhaltend, intelligent und fasziniert von der Wissenschaft. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor; doch nach wie vor drehte sich das Leben der beiden Forscher um die Erforschung unbekannter Elemente. Nach der Entdeckung des Polonium folgte die Entdeckung des Radium, eines Stoffes, der noch viel stärker strahlte als jeder bisher bekannte. Von der Gefahr, der sie ihre Körper aussetzten, hatten weder Pierre noch Marie eine Ahnung. Ihre häufige physische Angeschlagenheit führten sie selbst auf Überarbeitung zurück, ohne ihr Pensum dadurch zu kürzen. Im Jahr 1903 werden ihre Forschungen gemeinsam mit denen von Henri Becquerel mit dem Nobelpreis in Physik belohnt. Becquerel war Maries Doktorvater und hatte festgestellt, dass es Stoffe gibt, die strahlen.

Drei Jahre später war Pierre tot. Gerüchten zufolge war er ganz in Gedanken vertieft über die Straße gelaufen und dabei von einem Pferdefuhrwerk überfahren worden. Marie war erschüttert. In Briefen an ihren toten Mann schrieb sie über die Sache, die ihr in der Krise am meisten Halt gab: „Und ich möchte mich wenigstens bemühen, unsere Arbeiten fortzusetzen. Manchmal scheint es mir, dass es mir auf diese Art am leichtesten fallen wird, zu leben. Dann wieder glaube ich, dass ich verrückt bin, mich darauf einzulassen.“

Als erste Professorin an der Sorbonne

Verrückt oder nicht: Marie entschloss sich, Pierres Nachfolge als Physikprofessorin an der Sorbonne anzutreten. Damit war sie die erste Frau, die an dieser Universität je gelehrt hatte. Bei ihrer Auftaktvorlesung schien ganz Paris anwesend, auch wenn Laien kaum ein Wort davon verstanden haben mögen, denn es lag nicht in Maries Art, auf Unwissende Rücksicht zu nehmen. Mittlerweile war es ihr gelungen, das entdeckte Radium in Reinform herzustellen und zu wiegen. Dies brachte ihr einen zweiten Nobelpreis, diesmal für Chemie, ein.

Nur der Erste Weltkrieg schaffte es, Marie für längere Zeit von ihrem Labor loszueisen. Nachdem sie ihr kostbares Radium in einem Bankschließfach in Bordeaux untergebracht hatte, machte sie sich gemeinsam mit ihrer 17jährigen Tochter Irene zu den französischen Schlachtfeldern auf, um den Soldaten mit Röntgengeräten humanitäre Hilfe zu leisten. Nach Kriegsende erhielt sie ihr eigenes Institut für Radium.

Größter Wunsch: „Ein Gramm Radium, um damit zu experimentieren.“

Bis zu ihrem Tode 1934 hielt Marie Curies Angst vor Menschenmassen an: Sie gab keine Interviews und äußerte sich nur zu wissenschaftlichen Themen. Von einer amerikanischen Journalistin befragt, was sie sich am meisten wünschte, antwortete sie: „ein Gramm Radium, um damit zu experimentieren.“ Mit 67 Jahren starb die Forscherin an Leukämie, hervorgerufen durch den ständigen Umgang mit strahlenden Elementen. „Ich bin sehr beunruhigt“, hatte sie ihrer Schwester Bronia zuvor über das ständige Rauschen in ihrem Ohr geschrieben „meine Arbeit könnte davon gestört – ja, unmöglich gemacht werden. Vielleicht hat das Radium etwas mit diesen Störungen zu tun, aber es lässt sich nichts Sicheres darüber sagen.“ Das chemische Element, dem sie ihr Leben verschrieben hatte, verursachte schließlich ihren Tod.

 

Text: Angelina Schmid

 

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